Warum ist WhatsApp problematisch?

WhatsApp gehört zu Meta (Facebook), einem der größten Datenkonzerne der Welt. Auch wenn deine Nachrichten verschlüsselt und damit für Meta nicht einsehbar sind, sammelt WhatsApp sehr viele persönliche Daten (sog. Meta-Daten)– und nutzt sie wirtschaftlich aus.

Was passiert mit deinen Daten?

Weitergabe an Meta-Konzernnetzwerk
WhatsApp teilt deine Daten mit anderen Meta-Diensten – z. B. mit Facebook und Instagram. Dadurch entsteht ein komplettes digitales Profil von dir und liefert dem Konzern Informationen wie z.B.:

    • Wann und in welchem Umfang du mit wem schreibst
    • Wo du dich aufhältst
    • Mit wem du Kontakt hast
    • Was dich interessiert
    • Wann du schläfst
  • So entsteht eine digitale „Überwachungsakte“ über dich – ohne dass du es merkst.
  • Diese Informationen werden zusammengeführt – auch wenn du z.B. keinen Facebook-Account hast.

Daten werden in die USA übertragen
Die Datenverarbeitung / -verknüpfung und damit Wertschöpfung dieser geschieht meist in den USA, wo der Datenschutz viel schwächer ist als in Europa.

Das bedeutet: Deine Daten verlassen Europa – oft ohne echte Kontrolle oder Schutz durch die DSGVO.

Daten werden analysiert, verkauft oder für Werbung genutzt

    • Unternehmen wie Meta verdienen ihr Geld mit personalisierter Werbung – also Werbung, die exakt auf dein Profil zugeschnitten ist.
    • Dazu werden Daten entweder direkt verwendet oder an Werbepartner verkauft.
    • Selbst wenn deine Daten „anonymisiert“ werden, lassen sie sich oft wieder einer Person zuordnen – z. B. über Standort, Surfverhalten oder Kontakte.

Verkettung über viele Dienste hinweg
Wenn du WhatsApp, Facebook und Instagram nutzt (oder auch nur einer deiner Kontakte das tut), werden deine Daten querverknüpft. So entsteht ein umfassendes Bild – über deine Persönlichkeit, dein Verhalten und deine sozialen Netzwerke / dein soziales Umfeld.

Warum ist das gefährlich?

  • Du wirst berechenbar und manipulierbar.
    Meta weiß, wie du denkst und was dich beeinflusst – und kann das gezielt nutzen, z. B. in der Werbung oder im politischen Raum. So bist du anfälliger vor gezielter Manipulation.
  • Du hast keine Kontrolle mehr.
    Die Daten sind nicht mehr in deiner Hand – selbst wenn du deinen Account löschst, bleiben viele Daten gespeichert und genutzt.
  • Du unterstützt ein System, das auf Überwachung basiert.
    Durch deine Nutzung hilfst du, dass auch andere (deine Kontakte) überwacht werden – ohne dass sie zustimmen konnten.

Der Whistleblower Edward Snowden hat in seiner Biografie geschrieben:

"Die unbequeme Wahrheit ist aber gerade, dass der Inhalt unserer Kommunikation nur selten so viel über uns verrät wie ihre anderen Elemente. Es sind die ungeschriebenen, unausgesprochenen Informationen, die den weiteren Kontext und unsere Verhaltensmuster offenbaren."

Meta und politische Einflussnahme*

Seit der Präsidentschaft von Donald Trump (2016–2020) wurde deutlich, wie gefährlich die Datenmacht von Konzernen wie Meta (Facebook) sein kann:

  • Über Facebook wurden gezielt Falschinformationen und politische Werbeanzeigen verbreitet, die auf persönliche Profile zugeschnitten waren.
  • Der Skandal um Cambridge Analytica zeigte, wie Millionen Facebook-Daten ohne Zustimmung genutzt wurden, um Wählerverhalten zu beeinflussen – unter anderem zugunsten von Trump.
  • Meta hat oft zu spät oder gar nicht auf Hetze, Desinformation oder Wahlbeeinflussung reagiert – teils aus wirtschaftlichem Interesse.

In Januar 2025 kündigte Meta an, sein drittpartei‑Fact‑Checking in den USA komplett einzustellen und stattdessen auf ein von Nutzern betriebenes "Community Notes"-System (ähnlich wie X/Twitter) zu setzen. Fachleute warnen, dass das Crowd‑Checking-System wesentlich weniger effektiv ist – Desinformation, Hass und Verschwörungserzählungen könnten zunehmen. Diese Entwicklung stellt eine Gefahr für unsere Gesellschaft dar. Viele sehen in der Änderung auch ein absichtliches Nachgeben an rechte und konservative Interessen, um Meta besser für Trumps zweite Amtszeit aufzustellen.

Was heißt das für uns?

Meta ist nicht nur ein Werbekonzern – es ist auch ein machtvoller Akteur im politischen Raum. Wer WhatsApp, Instagram oder Facebook nutzt, unterstützt indirekt dieses System, das mit persönlichen Daten nicht nur Geld verdient, sondern auch Macht ausübtglobal, unkontrolliert und oft im Widerspruch zu demokratischen Werten. Es steht allein der Profit im Vordergrund!

Zusammengefasst:

WhatsApp ist kostenlos – aber du zahlst mit deinen Daten!
Diese Daten wandern in die USA, werden dort verarbeitet, verkauft und für Werbung genutzt. Das bringt Meta Milliarden(!) – und nimmt dir und anderen die Kontrolle über die eigene Privatsphäre.

Was du tun kannst:

  • Wechsle zu datensparsamen Alternativen wie Signal oder Threema.
  • Informiere andere, warum Datenschutz wichtig ist – nicht nur für dich, sondern für alle.
  • Unterstütze Dienste, die nicht auf Datenverkauf basieren, sondern auf Vertrauen und Transparenz.

Meta Produkte (WhatsApp, Instagram und Facebook) zu nutzen ist wie Nikotin oder Alkohol zu konsumieren. Viele wissen, es schadet. Konsumiert wird aber trotzdem.

*Quelle: https://time.com/5197255/facebook-cambridge-analytica-donald-trump-ads-data/?utm_source=chatgpt.com